Verhinderungspflege § 39 SGB XI

Um bei Pflegebedürftigkeit zuhause bleiben zu können, spielen die nahstehende Familienangehörige eine wichtige Rolle. Sie können die Grundpflege nach § 37 SGB XI übernehmen. In solchen Fällen kann es jedoch zu den Situationen kommen, wo die pflegende Person verhindert ist, diese Fürsorge auszuführen. Dies kann mit diversen Gründen, wie eigene Krankheit, Urlaub und andere Verpflichtungen verbunden sein.


Steht niemand anders als Vertretung zur Verfügung, kann diese Zeit von uns als sogenannte Verhinderungspflege §39 SGB XI übernommen werden. Sie umfasst die Körperpflege, Ernährung, Mobilität sowie die hauswirtschaftliche und gesellige Betreuung.

Da die Verhinderungspflege die Pflegeperson(en) ersetzt, ist auch der Leistungsinhalt nicht auf die "täglich wiederkehrenden Verrichtungen" beschränkt. Es können auch Leistungen zur Begleitung wie Spazierengehen, Beaufsichtigung beim Fernsehen, etc. in Anspruch genommen werden: also alle die Tätigkeiten können 'ersetzt' werden, die die Pflegeperson ansonsten erbringt.

Als Entlastung und bei Verhinderung der Pflegeperson ist es möglich, zusätzlich zum monatlichen Pflegebudget der Pflegestufen, egal ob Pflegegeld oder Leistungen eines Pflegedienstes in Anspruch genommen werden, die stundenweise Verhinderungspflege eines Pflegedienstes punktuell oder regelmäßig zu nutzen.

Wenn die Pflegeperson, die ansonsten die Pflege übernimmt verhindert ist, steht diese Leistung sehr flexibel zur Verfügung und sorgt daher für deutliche Entlastung!

Die Pflegekasse erstattet dafür Kosten in Höhe von maximal 1.612,- € im Kalenderjahr.

Sofern im Kalenderjahr keine Kurzzeitpflege in einer vollstationären Einrichtung genutzt wurde, erhöht sich der Betrag sogar auf 2418 € je Kalenderjahr!

Voraussetzung:
• die Pflegebedürftigkeit besteht seit mindestens 6 Monaten
• die Pflegeperson, die die Pflege normalerweise übernimmt, ist verhindert (z. B. wegen Urlaub, Entspannung, Terminen, Erholung, Erkrankung, Arztbesuch, Krankenhaus etc.)
• die Verhinderungsspflege erfolgt maximal bis zu 8 Stunden pro Tag

In diesem Fall werden die Aufwendungen bis zu einer Summe von 1612 € im Kalenderjahr für stundenweise Verhinderungspflege zusätzlich zum Pflegegeld von der Pflegekasse übernommen.